Erste Schritte mit dem Nvidia Shield Tablet und Wireless Controller

Nvidia Shield Tablet und Controller

Nvidia Shield Tablet und Controller

Knapp ein Jahr nach Erscheinen der ersten Nvidia Shield, hat der Chipriese eine neue Evolutionsstufe seines Android-Spielekonsole-Telefon-Tablet-Zwitters vorgestellt. Während jedoch 2013 noch Display und Controller eine untrennbare Einheit bildeten und eher wie eine mutierte Mischung aus Xbox-Controller und Nintendo DS anmuteten, hat Nvidia diese beiden Elemente diesmal voneinander getrennt.

Das Shield Tablet ist in seinem Kern ein vollwertiges Android Tablet mit Android 4.4.2. Nach dem Anschalten erwarten den Benutzer deswegen auch keine Überraschungen. Lediglich einige Shield-spezifische Apps zur Konfiguration der Hardware und der Shield Hub als Anlaufpunkt für den Spieleenthusiasten zeigen, dass man hier etwas mehr hat als „nur“ ein weiteres Tablet. In dessen Innerem rechnet nämlich der neue NVIDIA Tegra K1 Prozessor und eine 2.2 GHz ARM Cortex A15 CPU mit 2GB RAM. Und ja, diese Kombination ist flott. Davon kann man sich in der kostenlos mitgelieferten Version von Trine 2 oder mit einem der vielen, über den Shop erhältlichen und angeblich speziell angepassten, Spiele überzeugen. Sie flitzen flott über das scharfe  1080p Display und werden im besten Fall durch den separat erhältlichen Controller gesteuert, während das Tablet auf dem ebenfalls erhältlichen magnetischen Klappcover steht.

Eines merkt man dann auch sofort: diese Kombination ist deutlich besser als das portable Konsolendesign von 2013. Das Shield Tablet ist deutlich universeller einsetzbar. Wenn man sich eh ein Android Tablet zulegen wollte, dann kann es auch gleich ein Shield Tablet sein, mit dem man ordentlich browsen, mit dem eingebauten Stift skribbeln und arbeiten und natürlich auch spielen kann.

Apropos spielen, der eigentliche Clou der Shield Produkte ist ja das nahezu latenzfreie Spielestreaming vom potenten PC zur Konsole, was Spiele auf dem mobilen Client ermöglicht, die dieses auf Grund fehlender Leistung nicht zu rendern in der Lage wäre (trotz Tegra K1). Die Vorbedingungen und den Verbindungsaufbau beschrieb ich ja bereits 2013 für die Nvidia Shield. Analog legt man auch für das Shield Tablet los. Ist auf dem heimischen PC mindestens eine Kepler Grafikkarte (Nvidia GTX 6xx oder später) und Geforce Experience installiert, dann finden sich beide Partner rasch und die Konsole kann fortan eine immer länger werdende Liste an unterstützten Spielen starten. Im Grunde lässt sich auch jedes via Steam installierte Spiel starten. Sind diese jedoch nicht offiziell unterstützt, kann es zu Problemen in der Darstellung kommen (zu kleine Menüs) oder aber die Steuerung wird zur Frickelei (keine Gamepadunterstützung).  Bleibt man bei den unterstützten Spielen oder allen Spielen, die im Steam Big Picture Modus laufen, dann kann der Spaß losgehen.

Der Shield Hub

Der Shield Hub

Zum Spielen benötigt man natürlich noch einen Controller. Der Shield Wireless Controller wird durch einen simplen Knopfdruck mit dem Tablet verbunden und steuert ab diesem Zeitpunkt das gesamte Betriebssystem und die laufenden Spiele zuverlässig. Selbst ein Mauszeiger wird durch den rechten analog-Stick simuliert. Wer schon einmal einen XBox Controller in der Hand hatte, den erwarten auch hier wieder keine Überraschungen, abgesehen vielleicht vom kleinen Touchpad, das zwischen den beiden Analogsticks am unteren Rand des Controllers angebracht wurde. Alle Knöpfe sind prima zu erreichen und das Ganze Gehäuse ist auch für große Hände bestens geeignet. Einziger Wermutstropfen ist die Verbindung des Controllers über WiFi Direct. Das klappt zwar hervorragend und es können im Konsolenmodus nun bis zu vier Controller angeschlossen werden, aber leider unterstützt das Tablet nun nicht mehr die Ausgabe des Bildschirminhalts über einen Miracast fähigen Empfänger (z.B. einen Smart TV oder Miracast Dongle am HDMI Eingang). Natürlich hätte man den Controller auch via Bluetooth anschließen können, aber WiFi Direct hat nun mal eine deutlich geringere Latenz als Bluetooth, was für das Spielerlebnis natürlich unglaublich wichtig ist – aber wie zum Henker haben das Playstation und Co die ganzen letzten Jahre gemacht…

Wozu brauche ich das Shield Spiele-Streaming?

Wozu brauche ich das aber jetzt alles? Wozu soll ich ein Multimillionen-AAA-Spiel, dass ich direkt auf dem 2000€ PC an meinem 26″ Spielemonitor spielen könnte, auf einem kleinen 8″ Mäusekino spielen? Weil es geht-Punkt! Nvidia arbeitet hier ganz klar für die Zukunft voraus. In wenigen Produktzyklen wird euer PC zu Hause nicht mehr die Quelle für die Spiele sein, die ihr auf dem „Shield Tablet 3“ spielen werdet, dessen bin ich mir sicher. Nvidia baut bereits heute an großen Renderfarmen, die den Rechenzentren von Onlive und Gaikai (wer erinnert sich noch an die?) technisch haushoch überlegen sind. Eure Spiele kommen irgendwann aus der Cloud und Nvidia will der Technologietreiber sein. Die Voraussetzungen dafür wurden in den letzten Jahren zum Teil schon geschaffen. Im Bundesdurchschnitt hat jeder Internetnutzer eine ~9Mbps Internetverbindung zur Verfügung, Tendenz steigend. Moderne Codecs wie H.265 ermöglichen Bitraten, die bei gleichbleibender Qualität weniger Bandbreite benötigen, als es heute mit H.264 möglich wäre und bereits die aktuellen SoC Generationen sind in der Lage beeindruckende Rechenleistungen an den Tag zu legen.

Infografik: Deutsches Web: Zu langsam für die Weltspitze  | Statista

 

So benutze ich das Shield Tablet

Zum Glück besitzt das Shield Tablet einen Mini-HDMI Ausgang. Wird dieser an den heimischen Fernseher angeschlossen, dann kann jede Konsole sich nur schamhaft in der Ecke verstecken! (#PCMasterrace 🙂 ) Mein PC rendert mir das Spiel meiner Begierde, mein riesiger Fernseher brennt mir die Grafikpracht auf die Retina und meine Teufel Anlage wummert die Nierensteine weg. Klasse! So mag ich Gaming! (Wie bitte? Ja Schatz, ich mach ja schon leiser…und ja nur noch 5 Minuten, dann läuft deine Serie, schon klar 😉 )

Auch mobiles Spielestreaming wird durch die langsam am Markt reifenden Mobilfunktechnologien zur Realität  und genau aus diesem Grund habe ich auch das Shield Tablet gekauft. Denn im Gegensatz zur ersten Shield Konsole, hat das Shield Tablet diesmal endlich einen aktiven Mobilfunkchip eingebaut, der viele Mobilfunkbänder (Amerika: LTE: 2,4,5,7,17 [1900, 1700, 850, 2600, 700],  HSPA+: 1,2,4,5 [2100, 1900, 1700, 850] / Rest der Welt: LTE: 1,3,7,20 [2100/1800/2600/800] HSPA+: 1,2,5,8 [2100/1900/850/900]) und sogar VoLTE (Voice over LTE) unterstützt. Spielestreaming über LTE ist definitiv etwas, was unseren Kunden länger im Kopf haften bleibt als manch bunter Powerpoint-Foliensatz.

Fazit

Die LTE Variante des Nvidia Shield Tablet mit Controller und Cover bekommt man mittlerweile für unter 500€. Das ist zwar nicht wenig Geld, kostet aber immernoch deutlich weniger als aktuelle Smartphones und kann dabei deutlich mehr. Wem das Shield Tablet mit WiFi ausreicht ist schon bei ca. 300€ dabei und erhält dafür ein schickes und flottes Tablet auf dem man auch prima spielen kann. Das Spielestreaming vom PC zum Tablet macht man vielleicht 2-3 mal, dann ist die Luft raus, aber zum Angeben reicht das allemal 🙂 . Schön ist, dass das System überhaupt funktioniert und der Gaming Industrie einen möglichen Weg in die mobile Zukunft weist.

Kolja Engelmann

Technikfan, Freizeitprogrammierer, selbsternannter Toolking und vermutlich größter Drachenfan Deutschlands blogged hier die Lösungen zu IT-Problemen die ihm über den Weg laufen, kleine Softwaretools, nostalgische Anfälle und missbraucht das Ganze gern auch mal als privates Tagebuch und Fotoalbum.

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