GoPro Hero 3 Black Edition. Erste Gehversuche


GoPro Logo

Auf meinem Schreibtisch (momentan eher Schreibplättchen) steht eine niegelnagelneue GoPro Hero3 Black Edition, der Platzhirsch unter den ActionCams, wenn man verschiedenen Testberichten glauben schenken darf. Die Verpackung enthielt neben der Kamera nicht nur mehrere Halterungen, um das Kameragehäuse an jeder erdenklichen Oberfläche befestigen zu können, z.B. auf einer Tischplatte, mittels Klebeflächen an Helmen oder auch an einem Standard-DSLR-Stativgewinde, sondern auch ein wasserdichtes und relativ stoßsicheres Gehäuse mit einem Wechselcover. Last but not least gibt es da noch die kleine WLAN Fernbedienung.

Na, wenn da nicht der Spieltrieb erwacht? Legen wir doch mal los und laden als erstes die Anleitung der GoPro aus dem Internet herunter. Diese hat der Hersteller nämlich nicht in die Packung gelegt. Wozu auch? Hat ja heutzutage jeder ein abgeschlossenes Doppelstudium Informatik-Veranstaltungstechnik und kennt die Bedienung solcher Geräte aus dem Effeff.

Einrichten der GoPro (iOS) App

Als erstes versuche ich die GoPro mit der neuen iOS App zu koppeln- kann ja nicht so schwer sein.

  1. Die Kamera anschalten
  2. 2x auf den WLAN Knopf drücken und dann „GoPro App“ auswählen
  3. Ärgern, dass es bei mir den „GoPro App“ Menüpunkt nicht gibt.

GoPro Hero3 Update FailureAlso einen Schritt zurück und der 2 Tage alten Kamera ein Firmware Update gönnen. Auch hierfür gibt es eine Anleitung. Entweder man lässt die ganze Prozedur automatisch durch ein Java Plugin in seinem Browser durchführen, oder man wählt den langen, steinigen Weg, der einen knapp eine Stunde kostet, auch Java benötigt, abbricht, im Internet nach Lösungen googeln, die Kamera resetten und wieder von vorne beginnen lässt. Warum ich letzteres versucht habe weiß ich nicht. Ich bitte euch nur es mir nicht nachzumachen, sondern das automatische Update durchzuführen, auch wenn ihr dazu ggf. erstmal Java installieren müsst. Eure Kiefermuskeln werden es euch danken.

Nach einigen Kamera-Neustarts ist die GoPro nun mit aktueller Firmware versehen und zeigt auch den zuvor so schmerzlich vermissten „GoPro App“ Menüeintrag. Beginnen wir also von Vorne:

  1. Die Kamera anschalten
  2. 2x auf den WLAN Knopf drücken, mittels der Mode Taste den Menüpunkt „GoPro App“ auswählen und mit dem Auslöser bestätigen.
  3. Mit dem iPhone / Ipad nach dem WLAN Access Point der GoPro suchen und sich verbinden. Das Default Passwort für die GoPro Hero 3 lautet übrigens „goprohero
  4. Nun startet man die App, klickt auf „Verbinden“ und kann die Kamera endlich administrieren.

Natürlich lässt sich die Kamera auch direkt über die 3 Tasten an ihrem Body administrieren. Über die GoPro Apps geht dies aber um ein Vielfaches bequemer und sollte somit für jeden die bevorzugte Methode sein, der bei der Bedienung fizzeliger Menüs leicht erregbar ist.

Eine Wand voller GoPro her3 Black auf dem MWC 2013

Eine Wand voller GoPro Hero3 Black auf dem MWC 2013

Einrichten der GoPro WiFi-Fernbedienung

Hier war die Anleitung passend und die GoPro-Remote schnell und unkompliziert eingerichtet. Zwar stürzte in meinen Tests das eine ums andere mal eine der beiden Parteien ab und riss dann gleich die Gegenstelle mit sich. Den Grund für die Abstürze konnte ich leider nicht finden, ich schätze aber mal, dass es schlicht an einem überlasteten WiFi-Frequenzband hier auf der Messe liegt, denn über 600 Wifi Access Points verpesten gerade die Luft 🙂

Videoqualität

Die Videoqualität interessierte mich natürlich besonders. Zwar kann die Kamera offiziell auch Videos in 4K Auflösung aufnehmen, aber da ich da momentan noch keine Praxistauglichkeit sehe, stellte ich sie zunächst einmal auf handlichere 1920*1080 und 25fps um. Das resultierende Video war erstaunlich gut. Trotz schlechter Lichtverhältnisse (meine Canon DSLR stellte bei gleicher Belichtungszeit auf ISO 3200) erhielt ich ein akzeptables, subjektiv rauschfreies Video. Am meisten hat mich jedoch der Bildstabilisator fasziniert. Während eines Standrundgangs hielt ich die Kamera einfach vor mir in der Hand. Sowohl meinen eigenen Tatterich, als auch den meiner Schritte konnte die GoPro deutlich besser ausgleichen, als z.B. meine EOS 650. Was steckt nun aber in den Videos drin, die auf der Micro SD  landen?

Video: 20Mbps, 1920*1080, 25fps, AVC (High@L4.1), 1 Ref Frame

Audio: 128kbps, 48khz, 2 Kanäle, AAC (LC)

Jo, Standardkost, ne? Und was kann die Kamera sonst noch so:

Video-Auflösung NTSC fps PAL fps Auflösung / Format
1080p 60, 48, 30, 24 fps 50, 48, 25, 24 fps 1920×1080 16:9
720p 120, 60 fps 100, 50 fps 1280×720 16:9
1440p 48, 30, 24 fps 48, 25, 24 fps 1920×1440 4:3
4K 15 fps 12,5 fps 3840×2160 16:9
4K Cin 12 fps 12 fps 4096×2160 17:9
2,7K 30 fps 25 fps 2704×1524 16:9
2,7K Cin 24 fps 24 fps 2704×1440 17:9
960p 100, 48 fps 100, 48 fps 1280×960 4:3
WVGA 240 fps 240 fps 848×480 16:9

Fazit:

Die GoPro ist eine tolle kleine Cam, die echt fix auf ihre Umgebung reagiert, Blende und Weißabgleich treffsicher nachzieht, überall einsetzbar ist (bis 60m Wasserdicht)  und sich ohne die kostenlosen iOS/Android Apps hundsmiserabel steuern lässt. Die Bildqualität ist erstaunlich gut, kann natürlich bei Weitem nicht mit größeren Sensoren wie z.B. bei DSLR Filmkameras mithalten, schlägt diese aber um Längen bei der Bildstabilisierung. schade finde ich, dass die Kamera ihr Signal nicht live über das eingebaute USB-Interface ausgibt, sonst hätte ich die tollsten Ideen gehabt wie man die Kamera als extrem kostengünstigen, mobilen Reporter hätte einsetzen können. Über den Mini-HDMI Ausgang gibt es zwar ein Livebild, aber da fallen mir nur spontan die Makito Live Enkoder von Haivision ein und die sind leider etwas arg teuer.

Kolja Engelmann

Technikfan, Freizeitprogrammierer, selbsternannter Toolking und vermutlich größter Drachenfan Deutschlands blogged hier die Lösungen zu IT-Problemen die ihm über den Weg laufen, kleine Softwaretools, nostalgische Anfälle und missbraucht das Ganze gern auch mal als privates Tagebuch und Fotoalbum.

Das könnte Dich auch interessieren...

5 Antworten

  1. Jörg sagt:

    Hallo,
    nett geschrieben …
    Keine Ahnung, ob hier nochmal jemand reinschaut.

    Bis schir am verzweifeln.
    Habe jetzt die neue 3+ black edition.

    MUSS ich wirklich, um eine dumme Fernbedienung nutzen zu können, ein WLAN Netz haben, um die Kamera irgendwie irgendwo in einem NETZWERK einzutragen.
    WIE BITTE?

    Auf meinem Android Handy kann ich die App auch nicht installieren, weil aus irgendeinem Grunde der Google Play Store da nicht läuft, und ohne den kann ich die App nicht installieren.

    WIE kann ich denn dann die Kamera mit der Fernbedienung später mal bedienen, wenn ich irgendwo „in der Wüste“ bin und logischerweise kein WLAN habe?

    Wieso kann die nicht wie eine stinknormale Fernbedienung mit Infrarot oder meinetwegen Funk funktionieren?

    HILFE!

    • Nene, die Kamera hat zwei Modi. Sie kann sich entweder in ein bestehendes WLAN einbinden oder aber ihr eigenes Netz aufbauen. Letzteres ist auch die Standard-Einstellung. Die Fernbedienung bucht sich dabei in ein Netz ein, welches sich GOPROXXX nennt, wenn ich mich jetzt nicht irre. Hier ist die Anleitung zum Pairing:
      Remote Control verbinden

  2. lino sagt:

    Hallo,
    ich hoffe das ich noch eine Antwort bekomme, ich habe mir jetzt die Go Pro Hero3 Black Edition gekauft un möchte sie mit meinem s3 verbinden. Dazu muss ich die cam und das s3 per wifi verbinden, und dafür brauche ich ein passwort im internet steht ja, dass das passwort goprohero lautet das stimmt bei mir aber nicht!
    hat jemand tipps ??? Bitte, ich freue mich über jeden hinweis 😉

    Mfg lino

    • Da fehlt eine Info. In welches WLAN hast du die GoPro eingebucht. Hat sie ein eigenes WLAN eröffnet oder ist sie in einem bestehenden WLAN eingebunden? Im Zweifelsfall würde ich auf der Gopro einfach mal einen Factory Reset machen, dann sind alle Werte genullt und die beginnst sauber. Normalerweise hast du aber Recht, das Passwort ist „goprohero“

  1. 19. März 2014

    […] wollte ich mal wieder etwas mit der GoPro Hero 3 Black Edition spielen, die ich zuletzt auf dem MWC 2013 in Barcelona in den Händen hatte. Diesmal wollte ich die Kamera fix an einer Stelle über dem Eingang […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.