Canon Batterieproblem unter der Lupe

Mit meiner EOS 650D beobachtete ich vor einiger Zeit ein Problem, dass die Batterie sich über Nacht von selbst entlud. Nach einem mehrwöchigen Reparaturmarathon und ausgetauschter Elektronik wurde das Problem zwar besser, trat aber weiterhin sporadisch auf. Manchmal war die Kamera noch Wochen später genauso voll wie vorher, manchmal eben schon am nächsten Tag leer.

Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD entläd die Canon EOS 6D

Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD entläd die Canon EOS 6D

Mit meiner EOS 6D bemerkte ich nun das gleiche Problem erneut. Mitunter verlor meine Kamera über Nacht 20-40% ihrer Akkukapazität. Das konnte doch jetzt kein Zufall mehr sein. Das Internet versuchte mich hartnäckig davon zu überzeugen, dass ich doch vermutlich eine Eye-Fi SD Karte verwenden würde, zu dumm sei das interne GPS Logging auszuschalten oder ich das WLAN angelassen hätte.  Nichts dergleichen war der Fall. Ich war bereits leicht erzürnt, als mir eines Tages auffiel, dass das Phänomen nicht mehr auftrat, als ich über Nacht einmal nicht mein Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD Standardobjektiv, sondern meine Festbrennweite angelegt ließ. Jetzt wurde alles klarer und ich fand Gleichgesinnte!

Anscheinend tritt bei genau diesem Objektivmodell ein Leckstrom bei neueren Canon Modellen auf. Ob dieser nun durch ein geändertes Canon-Kommunikationsprotokoll oder einen Serienfehler seitens Tamrons bedingt ist, wird sich nicht klären lassen. Im DSLR-Forum haben einige User jedoch begonnen kompatibles und inkompatibles Zubhör für die EOS 6D aufzulisten und kommen bei oben genanntem Tamron-Objektiv auf das gleiche Ergebnis:

Ein Tamron SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD verursacht an einer Canon EOS 6D einen ca. 40-50mAh starken konstanten Stromfluss, der den Akku übermäßig stark und dauerhaft entläd. Eine Reparatur durch Tamron soll das Problem lösen.

Also beginnt hier eine neue Odyssee, mein Tamron Objektiv geht auf große Reise.

Update 18.6.2013:

Mein Objektiv ist wieder da. Zum Glück haben wir in Berlin mit der Rüdiger Maerz GmbH eine tolle Canon/Tamron/Pentax Vertragswerkstatt. Als ich dort mit meinem Problem vorstellig wurde, war dieses zwar noch unbekannt aber nach nur zwei Tagen mit meinem Body und dem Objektiv im Labor bekam ich die Mail auf die ich gewartet hatte: „Fehler gefunden, Fehler kann behoben werden, die Elektronik muss ausgetauscht werden, Ersatzteile sind bestellt“. Na also! Nach insgesamt sieben Tagen halte ich nun mein Objektiv wieder in den Händen und seit vier Tagen dauerhaft ist es dauerhaft mit meinem Body verbunden, ohne dass sich das Ladungsniveau meines Akkus prozentual verändert hätte. Na endlich 🙂

Kolja Engelmann

Technikfan, Freizeitprogrammierer, selbsternannter Toolking und vermutlich größter Drachenfan Deutschlands blogged hier die Lösungen zu IT-Problemen die ihm über den Weg laufen, kleine Softwaretools, nostalgische Anfälle und missbraucht das Ganze gern auch mal als privates Tagebuch und Fotoalbum.

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2 Antworten

  1. Eva sagt:

    Fantastischer Hinweis! Vielen Dank.

  2. Christoph Grütter sagt:

    Tadaaa, herzlichen Dank!

    Ich habe schon an meiner EOS 7D MKII gezweifelt! Auch hier ist da Phänomän zu beobachten!

    Danke, danke, danke!

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