Tokina 11-16mm f/2,8 AT-X116 DX II an der EOS 650d getestet

Ein Ultraweitwinkel-Objektiv hat mich schon länger gereizt. Nicht dass ich wüsste wie man damit umgeht, das muss ich erst lernen 😉 Aber der Reiz dieser ungewöhnlichen Perspektive, die Möglichkeiten bei begrenztem Platzbedarf und natürlich in der Landschaftsfotografie haben mein Portemonnaie geöffnet. Nach einigem hin und her entschied ich mich für das aktuellen Tokina AT-X116 DX II. Erstens weil bereits die Vorgänger in Testberichten mit unglaublicher Auflösung punkteten und zweitens, weil die große Offenblende von f/2,8 mir noch ein kleines bisschen mehr Möglichkeiten in dunkler Umgebung eröffnet.

Einen Bildstabilisator sucht man beim Tokina vergebens, aber wie mir die Experten des WWW versichern, ist dieser bei derartigen Brennweiten auch kaum nötig. Geht man nämlich nach der Faustregel, dass man die Verschlusszeit von „eins durch Brennweite“ (mal Cropfaktor von 1,6 an APS-C Kameras) nicht unterschreiten sollte, dann könnte ich hier theoretisch mit 1/20s noch aus der Hand fotografieren – Vorausgesetzt das Ziel hält still – und erste Tests auf dem Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt in Berlin bestätigen dies auch prompt. Mit der richtigen Atem- und Haltetechnik geht sogar noch 1/8s recht manierlich.

Den größten Spaß hat mir aber bisher die unglaubliche Tiefenschärfe gemacht. Einmal kurz nachgerechnet erhält man bei 11mm, einer Blende von f/2,8 und einem Objektabstand von 1,5m bereits eine Tiefenschärfe von knapp 3,5m WOW. Ist das dichteste scharf zu stellende Objekt bereits 2 Meter entfernt, dann erhält man einen Schärfebereich von fast 15m! Den Hintergrund „freizustellen“ ist hier also definitiv kein Anwendungsgebiet.

Etwa 7-10m von Objekt entfernt und aus der Hand geschossen. Wow

Etwa 7-10m von Objekt entfernt und aus der Hand geschossen. Wow!

Ich versuche hier erst gar nicht professionell zu klingen, irgendwelche Siemenssterne abzufotografieren, Farbabweichungen zu messen oder tonnenförmige Verzeichnungen nachzuweisen. Das machen die Experten im Netz bestimmt allesamt besser. Ich kann aber mein Bauchgefühl zum Ausdruck bringen. Dieses ist nach den ersten zwei Abenden äußerst positiv. Ich hab zwar schon einen deutlich flotteren Autofokus an anderen Objektiven gesehen (und das obwohl er nur so einen kurzen Brennweitenbereich abzusuchen hat) und das Umstellen von Auto- auf manuellen Fokus ist zunächst ungewohnt, aber keinesfalls störend. Außerdem ist das Objektiv recht stabil gebaut und wirkt wertig. Kurz: es macht einfach Spaß. Man muss sich bei einem solchen Objektiv nur im Klaren darüber sein, dass man nicht einfach drauflos fotografieren kann, wenn man halbwegs vernünftige Ergebnisse erzielen will. Man muss z.B. deutlich dichter ran an das Geschehen, den Bildausschnitt besonders sorgfältig auswählen, damit der Kram in den Bildecken nicht vom eigentlichen Motiv ablenkt und evtl. sollte ich mich auch nochmal eingehend mit Perspektive beschäftigen, wenn meine Bilder irgendwann mal mehr als nur Knippsereien werden wollen.

Kolja Engelmann

Technikfan, Freizeitprogrammierer, selbsternannter Toolking und vermutlich größter Drachenfan Deutschlands blogged hier die Lösungen zu IT-Problemen die ihm über den Weg laufen, kleine Softwaretools, nostalgische Anfälle und missbraucht das Ganze gern auch mal als privates Tagebuch und Fotoalbum.

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