F-Stop Kenti Photorucksack

Unter Photographen sind die F-Stop Rucksäcke längst kein Geheimnis mehr. Die für Outdoor Einsätze gemachten Rucksäcke brillieren durch die verwendeten Internal Camera Units (ICUs) verschiedener Größe. Damit lässt sich der Platzbedarf für Photoequipment im Verhältnis zum Daypack ganz nach den eigenen Wünschen einrichten. Der F-Stop Kenti hingegen verwendet als einziges Rucksackmodel keines dieser ICUs. Er ist ein mittelgroßer Rucksack mit Rolldown-Verschluss und zweifachem Schnellzugriff auf das Kamerafach. Könnte das der kleine Photo-Städterucksack sein, den ich schon so lange suche?

Noch immer suche ich den perfekte Rucksack für kleine Waldspaziergänge am Wochenende oder Phototouren durch die Berliner Innenstadt. Mein Wunschrucksack sollte meine Standardausrüstung aufnehmen können, die aus einer Canon 6D, Tamron 24-70mm f/2.8, Canon 70-200 f/2.8 einem Systemblitz und einem kleinen Stativ besteht und trotzdem noch Platz für eine Jacke besitzen. Vielleicht ist es ja der F-Stop Kenti, der für ~160€ gerade auf meinem Schreibtisch liegt und um Befüllung bettelt.

Vorderseite

Vorderseite

Das Kamerafach

Wow, für so einen kleinen Rucksack passt wirklich viel Glas in das Photoabteil. Dieses lässt sich von beiden Seiten über eine mit Reißverschluss und Sicherheitsschnalle gesicherte Öffnung erreichen. So kann man beispielsweise beim Absetzen über die linke Schulter die Kamera herausnehmen und wenn man ihn über die andere Seite öffnet alle Objektive und sonstigen Kleinkram erreichen. Durch die (in üppiger Anzahl) mitgelieferten Klett-Trennwände, kann man wirklich viel Fantasie bei der Gestaltung des Innenraums walten lassen. Ich habe den Rucksack mir jetzt so eingerichtet, dass ich meine 6D sowohl mit angelegtem 24-70mm Objektiv, als auch mit 70-200mm Wuchtbrumme auf einer Seite unterbringen kann. Das ist in letzterem Fall zwar etwas enger, funktioniert aber dennoch wunderbar. Auf der anderen Seite finden derweil Blitz und noch zwei weitere Objektive locker Platz. Das ist mehr als ich eingangs gefordert habe – Super.

Eines der zwei seitlichen Zugriffsfächer auf das Kameraequipment

Eines der zwei seitlichen Zugriffsfächer auf das Kameraequipment

Das Daypack – Klein? Von wegen…

Auf den ersten Blick wirkt das Daypack etwas klein. Eine Wind- oder Regenjacke passt zwar allemal hinein, doch das wär’s gewesen, wenn da nicht der Rolltop wäre! Der Verschluss des Deckels ist, wie bei einer Fahrradkurier-Tasche, dreifach umgeschlagen. Rollt man diesen auf, wird aus dem kleinen Daypack plötzlich ein doppelt so großes Fach – Klasse.

Tragesystem – Nicht überragend, aber es reicht

Das Tragesystem des F-Stop Kenti ist auf den ersten Blick nicht so gut wie ich es bei anderen Photowanderrucksäcken auf meiner Suche erlebt habe. Er besitzt zwei relativ schmale und nicht besonders dick gepolsterte Tragegurte. Da aber der Beckengurt im Gegenzug sehr gut ist und das Gewicht prima auf die Hüfte verlagert, reichen die Schultergurte auch bei Maximalbeladung aus. Das Rückenpolster ist ausreichend dick aber leider nicht durchdacht ventiliert. So polstert es den Rücken zwar, wird aber bei wärmerer Umgebung sicher zu einigen Schweißflecken führen. Die Unterkante des Rückenpolsters drückte mir außerdem unangenehm auf den Lendenwirbelbereich. Da muss ich wohl noch ein wenig an den Gurten herumstellen. An die Rucksäcke von ClickElite (Contrejour 35 und Probody Sport) kommt er nicht ran, besser als der Thule Perspektiv Daypack ist er aber allemal.

Tragesystem und Rückenpolsterung

Tragesystem und Rückenpolsterung

Gute Verarbeitung, gewöhnungsbedürftige Bedienung

Der Rucksack ist super verarbeitet, da gibt es wenig auszusetzen. Alle Nähte sind doppelt genäht, die Reißverschlüsse sind leichtgängig und verbeißen sich nicht im Futter und natürlich ist der Rucksack auch wasserabweisend. Ich würde jedoch bei stärkerem Regen lieber auf ein separat erhältliches Regencover setzen. Auf beiden Seiten kann je ein Stativ befestigt werden (in den Bildern oben ist das ein ca. 45cm hohes Stativ von togopod mit Sirui Kopf), man verbaut sich damit aber den seitlichen Zugriff auf das jeweilige Fotofach. Im Beckengurt ist eine Tasche eingenäht die einen Objektivdeckel aufnehmen kann (für ein Smartphone ist sie zu klein). Vor dem Fotofach (sozusagen auf der Frontseite des Rucksacks im Fotofach), lässt sich ein Tablet verstauen und auf der gegenüber liegenden Seite (hinter der Rückenpolsterung) ist Platz für eine Wasserblase. Die Positionierung der Schnallen und Gurte ist gewöhnungsbedürftig, so dass man mit dem Deckelverschluss und den seitlichen Schnallen schon mal ins Gehege kommt. Mit etwas Übung weiß man aber welche Schnalle als erstes geschlossen und welcher Gurt wohin gelegt werden muss, damit alles rund läuft.

Fazit: Der Kenti bleibt hier!

Der F-Stop Kenti hat ein paar kleinere Macken aber die Summe seiner positiven Merkmale macht ihn für mich momentan zum optimalen Begleiter für kleinere Touren, wenn ich nicht meine ganze Ausrüstung mitschleppen will und das Gesamtgewicht deutlich unter 10kg bleiben soll. Das Kamerafach ist anständig groß so dass viel Glass und Technik hinein passt, der Rolltop Verschluss ist fantastisch (aber gewöhnungsbedürftig) und der Preis ist anständig (wenn auch nicht günstig). Der Kenti bleibt bei mir, er hat sich seinen Platz in meiner Rucksacksammlung verdient 🙂

Kolja Engelmann

Technikfan, Freizeitprogrammierer, selbsternannter Toolking und vermutlich größter Drachenfan Deutschlands blogged hier die Lösungen zu IT-Problemen die ihm über den Weg laufen, kleine Softwaretools, nostalgische Anfälle und missbraucht das Ganze gern auch mal als privates Tagebuch und Fotoalbum.

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