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Anonym im Internet – Anonyme E-Maildienste

Eigentlich wollte ich mit diesem Beitrag nur meinen anonymen lieblings E-Maildienst vorstellen, doch irgendwie habe ich mich dazu berufen gefühlt etwas weiter auszuholen. Also los.

Delivered-To: werauchimmmer@email.de
Received: by 10.112.151.99 with SMTP id up3csp51793lbb;
        Sat, 9 Jun 2012 10:23:17 -0700 (PDT)
Received-SPF: softfail (google.com: best guess record for domain of transitioning mailings@gmxnet.de does not designate 217.72.207.17 as permitted sender) client-ip=217.72.207.17;
Received: by 10.112.105.79 with POP3 id gk15mf2509021lbb.24;
        Sat, 09 Jun 2012 10:23:16 -0700 (PDT)
Received: (qmail invoked by alias); 09 Jun 2012 16:27:20 -0000
Received: from nlsender05.web.de (EHLO nlsender05.dlan.cinetic.de) [217.72.207.17]
  by mx0.gmx.net (mx044) with SMTP; 09 Jun 2012 18:27:20 +0200
[...]

Was der der ganze Quatsch hier oben soll? Das ist ein Auszug aus einem E-Mail Header. Und er enthält ganz schön viele Informationen über den Sender, das verwendete Programm, den Weg der Mail über verschiedene Server usw.usf. Da macht es doch durchaus Sinn mal nach einem E-Maildienst Ausschau zu halten, der sich nicht an der Vorratsdatenspeicherung beteiligt, keinerlei Logs schreibt, verschlüsselt zwischen den Mailservern sendet und kostenlos ist, oder?

Anonyme Remailer

Anonyme Maildienste erlauben das Versenden von Nachrichten an einen Empfänger über ein Webinterface und das oftmals auch unter Angabe eines gefälschten Absenders. Davon gibt es im Netz vermutlich tausende Webdienste (wie z.B. diesen hier). Doch so richtig sinnvoll finde ich diese Dienste nicht. Zunächst mal filtern viele große Mailprovider die Mails von solchen Diensten im Hinblick auf möglichen Spam sofort aus, und außerdem kann man keine Mails empfangen.

Wegwerfadressen

Der Vollständigkeit halber sollte man auch die Mailboxdienste wie trash-mail.com oder Spamgourmet nennen, von denen es vermutlich noch mehr gibt als Remailer. Nach Angabe eines temporären Mailboxnamens können Mails, die man an diese Adresse sendet, sofort empfangen werden. Diese Dienste haben selbstverständlich auch ihre Daseinsberechtigung, z.B. bei der Zwangsregistrierung in Foren, aber auch hier handelt es sich keinesfalls um einen echten E-Maildienst.

PrivacyBox

Einen völlig anderen Ansatz geht PrivacyBox.de. Das Angebot der Webseite könnte man vielmehr als einen „Toten Briefkasten“ bezeichnen. Nachdem man sich einen Briefkasten eingerichtet hat, können Nachrichten über ein Webformular (und nur darüber) anonym an den Nutzer gesendet werden. Diese werden sofort verschlüsselt und können nur vom Empfänger dechiffriert werden. Eine Antwort an den Absender kann wiederum nur über einen zweiten Kommunikationskanal erfolgen, wenn der Absender eine Möglichkeit dazu im Text hinterlegt hat.

Mailprovider ohne Datenspeicherung

Alle vorangegangenen Dienste haben mit der „E-Mail“ im klassischen Sinn nur wenig zu tun. Entweder kann man nur senden oder nur empfangen. Deswegen komme ich nun endlich zum Kern dieses Beitrags, den vollwertigen, anonymen E-Maildiensten.

Auch Anbieter, die eine anonyme Mailbox ohne Datenspeicherung anbieten,muss man nicht lange suchen. Ich nenne hier einfach mal ein paar: Secure-Mail.biz, Posteo.de oder PrivateDeMail.net. Alle geben an keinerlei personenbezogene Daten und Logdateien zu speichern (außer denen, die für die unmittelbare Ausübung des Dienstes notwendig sind) oder IP Adressen im E-Mail Header zu belassen. Ferner stehen (zumindest bei PrivateDeMail) die Server im außereuropäischen Ausland. Doch während Secure-Mail.biz und Posteo.de ihr ganzes Potential erst mit einem der kostenpflichtigen Pakete entfalten, ist PrivateDeMail völlig kostenlos.

Einen besseren kostenlosen Dienst als PrivateDeMail habe ich bisher nicht finden können. Natürlich gibt es auch hier Einschränkungen bei der Nutzung:

Doch ehrlich gesagt bin ich damit noch nie an meine Grenzen gestossen obwohl ich den Dienst seit Jahren für meine jährlich wechselnden Spam-Fang-Adressen nutze.

Auf die korrekte Ausübung obiger Dienste und die Einhaltung der Versprechen der Anonymität muss man natürlich vertrauen. Ein kurzer Test mit einer Mail an mich zeigt zumindest, dass keine IPs im Header auftauchen. Aber für die Sicherheit der übermitteltn Inhalte bin ich weiterhin selbst verantwortlich und sollte diese verschlüsseln. Denn was nützt es, wenn ich meine E-Mails mit „viel Aufwand“ anonym versende, der Empfänger diese aber unverschlüsselt in seinem kontrollierbaren Postfach aufbewahrt?


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