{"id":3942,"date":"2014-12-27T20:07:08","date_gmt":"2014-12-27T19:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/?p=3942"},"modified":"2014-12-27T20:07:08","modified_gmt":"2014-12-27T19:07:08","slug":"wann-ist-denn-nun-das-jahr-der-aktivitaetstracker-und-fitness-sensoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/2014\/12\/wann-ist-denn-nun-das-jahr-der-aktivitaetstracker-und-fitness-sensoren\/","title":{"rendered":"Wann ist denn nun das Jahr der Aktivit\u00e4tstracker und Fitness Sensoren?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4248\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/quantified-self.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4248\" class=\"size-large wp-image-4248\" src=\"https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/quantified-self-500x281.jpg\" alt=\"Quantified self\" width=\"500\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/quantified-self-500x281.jpg 500w, https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/quantified-self-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/quantified-self-720x405.jpg 720w, https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/quantified-self.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4248\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 <a href=\"http:\/\/datarella.de\/wie-quantified-self-dafur-sorgt-wie-big-data-teil-unseres-lebens-wird\/\">Datarella<\/a><\/p><\/div>\n<p>Im September 2013 kaufte ich mir ein <a title=\"Mein Fitbit One Gadget motiviert mich zu mehr Sport\" href=\"https:\/\/www.kolja-engelmann.de\/blog\/2013\/08\/mein-fitbit-one-gadget-motiviert-mich-zu-mehr-sport\/\">Fitbit One Gadget.<\/a>\u00a0Die Idee meine Bewegungen zu registrieren, um sie anschlie\u00dfend zu analysieren und mehr \u00fcber mich zu erfahren, hat mich schon w\u00e4hrend des\u00a0Studiums gereizt. Man nennt das &#8222;Quantified Self&#8220; und richtig angewendet lernt man tats\u00e4chlich einiges. In der aktuellen modischen Auspr\u00e4gung tragen wir Sport-Brustgurte die unseren Puls messen, senden unsere aktuellen Positionen und Geschwindigkeiten an Dienste, um Stauberechnungen zu optimieren oder tragen eben kleine Sensoren mit uns oder in unseren Smartphones, die mit Lagesensoren best\u00fcckt sind, um die Anzahl unserer zur\u00fcckgelegten Schritte, Stockwerke o.\u00e4. zu bestimmen.<\/p>\n<h3>Sich (gegenseitig) messen macht Spa\u00df<\/h3>\n<p>Jede Art von Sensor kitzelt mein &#8222;Haben-will&#8220; Zentrum im Hirn. Ich finde es toll ablesen zu k\u00f6nnen, dass ich\u00a0diese Woche schneller und mehr gelaufen bin als die Woche zuvor. Das motiviert mich zu mehr Bewegung im Alltag, der bei mir zu 80% aus Sitzen an einem Schreibtisch besteht. Spielerisch k\u00e4mpfe ich so gegen mich selbst. Zeigt mein Tacho am Fahrrad mir zum Beispiel meine Durchschnittsgeschwindigkeit an, dann bem\u00fche ich mich darum stets ein Quentchen schneller zu fahren als diese. Habe ich den Kilometer im Wald in 5:45 Minuten absolviert, will ich es beim n\u00e4chsten mal \u00a0in 5:30\u00a0Minuten schaffen usw. Viele Dienste motivieren ihre Nutzer au\u00dferdem mit Achievements (die schnellsten 5km, das erste mal eine Stunde gelaufen usw.) und bieten Community interne Wettbewerbe an. Wer hat diesen Streckenabschnitt deiner Joggingrunde am schnellsten absolviert? Hat dein Kollege letzte Woche mehr Kalorien verbrannt? Welcher deiner Freunde ist auf der Strecke von der Erde bis zum Mond schon am weitesten fortgeschritten? Das macht Spa\u00df und soll den inneren Schweinehund etwas l\u00e4nger im Zaum halten. Das hatte zumindest bei mir Erfolg.<\/p>\n<h3>Doch dann kam die Monetarisierung<\/h3>\n<p>Doch dann kam die Monetarisierung. Beinahe jeder Hersteller\u00a0bietet mir heutzutage einen Premiumdienst an, der mir noch feinere Auswertungen, goldene Abzeichen oder farbige Usernamen bietet &#8211; Zus\u00e4tzlich zu den 100\u20ac oder mehr die ich f\u00fcr das Ger\u00e4t berappen musste, versteht sich. So wirklich optional sind diese Dienste jedoch auch nicht.\u00a0Irgendwann im Laufe des Jahres 2014 erschien das Fitbit-App Update, welches nun einen Account voraussetzt, ansonsten\u00a0bleibt die App stumm. Nike+ verh\u00e4lt sich \u00e4hnlich\u00a0und Moves arbeitet nur wenn ich mich mit meinen Facebook Daten anmelde. Runtastic kann man zwar auch ohne Account betreiben, dann nervt die App jedoch \u00a0st\u00e4ndig mit Hinweisen, dass sie doch noch so viel besser w\u00e4re, wenn ich sie mit\u00a0meinen pers\u00f6nlichen Daten befruchten w\u00fcrde. Apropos&#8230;<\/p>\n<h3>Die Inventarisierung meiner Daten &#8211; Big Data<\/h3>\n<p>Da frage ich mich doch wirklich wozu die\u00a0Runtastic, Suuntu, Jawbone, Nike, Samsung und Co zwingend mein soziales Netz\u00a0kennen m\u00fcssen? Vielleicht m\u00f6chte ich ja meine &#8222;Erfolge&#8220; gar nicht mit der Welt teilen und wenn ich meine Facebook Timeline so ansehe, dann bin ich der Meinung dass auch viele meiner Freunde mal ernsthaft dar\u00fcber nachdenken sollten. &#8222;X nimmt jeden Dienstag zwischen 19:00 und 21:00 an einer Runtastischen Tischtennis Aktivit\u00e4t teil&#8220;, w\u00e4hrend seine schicke Junggesellenwohnung v\u00f6llig unbewacht ist. &#8222;Y hat die 5,3km Hausrunde in peinlichen 1h20m absolviert&#8220; und ist jetzt noch langsamer als vor 3 Monaten als gro\u00dfspurig der Marathonversuch angek\u00fcndigt wurde. &#8222;Z m\u00f6chte dass du ihr Motivation schickst&#8220; w\u00e4hrend sie im Fitnessstudio eh wieder nur Selfies schie\u00dft\u00a0anstatt sich\u00a0den Weihnachtsspeck\u00a0abzutrainieren.<\/p>\n<p>Nein, manche Erfolge sind nicht f\u00fcr die Welt bestimmt, sie sollten besser privat bleiben. Ich m\u00f6chte beispielsweise meine m\u00e4\u00dfigen Lauferfolge schon gern ausgewertet wissen, aber diese Ergebnisse gehen sonst niemanden etwas an. Schon gar nicht Firmen , meine Krankenkasse oder Versicherung. &#8222;Herr K.E. hat sich am Wochenende wieder 5x per Fallschirm aus einem Flugzeug gest\u00fcrzt, dabei einen Puls um die 180 gehabt und knapp 800 Kalorien verbrannt&#8220; &#8211; vielleicht sollte man ihm seine Lebensversicherung auf Grund lebensgef\u00e4hrlicher Sportarten k\u00fcndigen.\u00a0Das Handy meldet indes verd\u00e4chtig hohe Cholesterinewerte. Wenn ich\u00a0nicht im n\u00e4chsten halben Jahr 5kg abspecke und dreimal\u00a0w\u00f6chentlich Sport treibe, dann erh\u00f6ht meine Krankenkasse meine Beitr\u00e4ge um einen Risikozuschlag &#8211; das m\u00fcsse ich doch verstehen, oder?<\/p>\n<p>Diese Szenarien sind alles andere als \u00fcberspitzt und weit hergeholt. Es handelt sich dabei um ernsthafte \u00dcberlegungen der Versicherer, die sich nur zu\u00a0gerne an meinen Daten zu schaffen machen w\u00fcrden. Und ich mache es Ihnen ja leicht, da ich alles automatisch in der Cloud inventarisieren lasse, sch\u00f6n zusammen mit meinen personenbezogenen Daten, Zeiten, GPS Positionen und Gesundheitsdaten, die mein Tracker oder Handy sonst noch so sammeln, um mir einen Mehrwert zu bieten. &#8222;Ich habe ja nix zu verbergen&#8220; h\u00f6re ich einige Ewiggestrige monoton herunterleiern. Sch\u00f6n dumm.<\/p>\n<h3>Wozu braucht mein Aktivit\u00e4tstracker eigentlich Clouddienste?<\/h3>\n<p>Wozu braucht mein Aktivit\u00e4tstracker eigentlich zwingend diese Clouddienste? Hat er zu wenig Speicher, um das alles zu speichern? Pfft, macht euch nicht l\u00e4cherlich, habt ihr schon mal eine 128GB MiniSD Card gesehen? Die ist kleiner als mein Fingernagel&#8230; Oder haben sie zu wenig Rechenkraft um die Daten auszuwerten? Das ich nicht lache, mein Handy rechnet schneller der PC, den ich vor knapp 5 Jahren ausrangiert habe. Seien wir ehrlich, ihr alle wollt meine Daten nur bei euch haben, damit<\/p>\n<ol>\n<li>ich in eurem \u00d6kosystem gefangen bin. Denn wenn ich zu einem anderen Anbieter wechseln w\u00fcrde, dann w\u00e4ren ja meine ganzen Erfolge der letzten Jahre weg.<\/li>\n<li>ich eure Premiumdienste nutze.<\/li>\n<li>Ihr meine Daten an Dritte verscherbeln k\u00f6nnt.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>2013,2014 oder 2015?<\/h3>\n<p>Einige\u00a0Monate nutzte ich meinen Fitbit One regelm\u00e4\u00dfig und es hat Spa\u00df gemacht. Irgendwann begann ich Ihn zu Hause zu vergessen. Dann fand ich <a href=\"https:\/\/www.moves-app.com\/\" target=\"_blank\">Moves<\/a> und war von der App so schwer begeistert, dass ich umschwenkte. Mein Handy w\u00fcrde ich schlie\u00dflich nicht vergessen. Es ist als Aktivit\u00e4tstracker f\u00fcr mich besser geeignet. Die st\u00e4ndige Frage nach dem Datenschutz jedoch schwirrte stets in meinem Kopf herum, nicht erst seitdem Moves von Facebook aufgekauft wurde.<\/p>\n<p>Heute fristen Aktivit\u00e4tstracker bei mir ein trauriges, unvernetztes\u00a0Offline-Dasein. Ich nutze lediglich Runtastic, um meine L\u00e4ufe\u00a0zu speichern und nehme es in Kauf, dass mich die App bis aufs Blut mir ihren Versuchen nervt irgendwas zu teilen, anzumelden oder hochzuladen. Soll sie doch, die Firewall auf meinem Handy verbietet ihr jegliche Kommunikation, so bleiben meine Daten wenigstens bei mir!<\/p>\n<p>Nein, weder 2013, noch 2014 waren und auch 2015 wird nicht das Jahr der Aktivit\u00e4tstracker, solange alle Hersteller auf dem Markt nicht den User sondern nur ihren\u00a0Profit im Kopf haben. Lasst mich entscheiden, ob ich meine Daten allein auf meinem Ger\u00e4t auswerten lassen will oder ob ich an der Community teilhaben m\u00f6chte.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Monate nutzte ich meinen Fitbit One regelm\u00e4\u00dfig und es hat Spa\u00df gemacht. Irgendwann begann ich Ihn zu Hause zu vergessen. Dann fand ich Moves und war von der App so schwer begeistert, dass ich umschwenkte. Mein Handy w\u00fcrde ich schlie\u00dflich nicht vergessen. 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